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Musala und die wunderbare Organisation

Bevor ich jetzt am Ende noch meinen Blog total vernachlässige, werde ich jetzt noch einmal versuchen die letzten größeren Ereignisse aufzuschreiben.

Am letzten Wochenende ging es ins Rila Gebirge um den höchsten Gipfel, den Musala, zu erklimmen. Dieses Mal gab es nur eine Übernachtung, aber das Gepäck von einer Übernachtung unterscheidet sich bei mir nicht großartig von dem von zwei Übernachtungen. Ich war also malwieder reichlich bepackt, als ich am Samstag früh um halb neun am vereinbarten Treffpunkt ankam.

Die erste Überraschung kam, als Horhe der Organisator mit einem grünen Trainingsanzug über einem roten T-shirt mit einem roten Rucksack und einem pinken Hut mit bunten Blümchen auftauchte. Man muss wohl sehr farbenblind oder sehr ignorant für ein solches "Outfit" sein. Aber gut, mich kennt hier ja keiner.

Als ich diese Erscheinung halbwegs verdaut hatte, wurde die Frage gestellt, ob wir denn auch alle ausreichend zu Essen dabei hätten für die folgenden zwei Tage. Da vorher nicht angekündigt worden war, dass das nötig sein würde, hatte das natürlich kaum jemand, aber unterwegs konnte ja noch eingekauft werden.

Nach kurzem Zwischenstopp im Supermarkt und kurzer Fahrt wurden wir dann in einem Ski-Resort abgesetzt, von wo aus wir vier Stunden mit unserem Gepäck zur Hütte wandern sollten. Hiervon war vorher auch nie die Rede gewesen. Geshockt war ich allerdings weniger. Mein Gepäck war auch grundsätzlich nur zu schwer und weniger unhandlich. Andere hatten es da schon schwerer... So ging es also bei schönstem Sommerwetter immer bergan der Hütte entgegen. Wegen des Gepäcks fiel es mir zuweilen etwas schwer die landschaftlichen Reize ausreichend wertzuschätzen, aber an der Hütte angekommen waren meine Rückenschmerzen und die schweren Beine bei einem kalten Karmeniza schnell vergessen. Der Blick nach unten war einfach großartig, die Stimmung gut und der Tag noch lange nicht um. So konnten wir also die Berge von oben bewundern, etwas essen und den Abend gemeinsam in entspannter Runde verbringen. Das ganze gestaltete sich etwas wie eine Klassenfahrt. Ich verstehe nicht, was an "Wahrheit oder Pflicht" so reizvoll ist, aber vielleicht kann es mir ja jemand erklären. Da es am nächsten Morgen früh losgehen sollte, wurde der Abend dann auch zeitig beendet und es ging in die Betten.

Am nächsten Morgen früh um sechs oder so wurden wir dann geweckt. Los ging es selbstverständlich mit kleiner Verzögerung, die sich aber in Grenzen hielt. Das Gepäck war schon etwas leichter geworden, da man Nahrungsmittel ja nach und nach verbraucht und umgepackt ging dann auch schon alles viel besser. Auch war es in den Morgenstunden noch erfreulich kühl und eine Hütte in Aussicht, bei der wir unser Gepäck für die letzten Kilometer zwischenlagern konnten.

An der Hütte angekommen verteilte ich meine Sachen dann so geschickt, dass ich am Ende kaum noch zu tragen hatte. Das war wirklich keine Absicht, aber es ist schon angenehmer, wenn andere für einen tragen. Meine Sonnencreme hatte ich auch dabei, nur habe ich sie leider nicht aufgetragen, sondern nur tragen lassen. Nicht besonders klug, wie ich später schmerzvoll erfahren musste.

Durch Schnee und über Felsen ging es dann zum Gipfel. Ich fühlte mich sehr an Norwegen im letzten Jahr erinnert, nur dass wir diesmal auf dem richtigen Pfad blieben, der allerdings nicht angenehmer war, als unsere Alternativroute im letzten Jahr. Am Ende wusste ich wieder, wie sehr ich Felsen hasse. Oben angekommen war aber auch das wieder vergessen. Ich konnte die Aussicht, die Luft und vor allem meinen Erfolg genießen, bevor es wieder hinunter ging. Einer steilen Hang hinabsteigen ist auch nicht angenehm, kann ich nur sagen.

Unten an der Hütte angekommen habe ich dann erstmal ein Bad im eiskalten See genommen. Alle anderen haben mich wohl für ziemlich bekloppt gehalten, aber so kal war es wirklich nicht. Außerdem ist es wohl verboten, was ich allerdings erst hinterher erfahren habe. Ich halte das für Verschwendung, aber gut. Da muss man abwägen, ob man mal gegen Regeln verstoßen will. Ich bin jedenfalls froh, dass ich keine Ahnung hatte, sonst hätte ich echt etwas verpasst.

Der Rückweg war endlos lange, ging über Wiesen, die mit Schmelzwasser geflutet waren und langsam merkte ich die zurückgelegten Kilometer und meinen Sonnenbrand, aber ich habe es geschafft.

Im Bus wurde etwas gedöst und zurück am Block 8 bin ich ersteinmal mit Deni etwas essen gegangen. Viel zu spät, teurer als sonst, aber großartig gegen den Hunger.

Am Montag war ich, statt mich auszuruhen, mit Corinna und Niki bei den Sofioter Design Wochen. Etwas Kultur und so und dazu viel Treppensteigen. Großartig. Schmerz lass nach. Uni habe ich an diesem Tag Uni sein lassen und mich erst am Dienstag wieder um meine noch fehlende Unterschrift bemüht. Ich habe sie dann auch bekommen. Der Prof hat seinen E-mail account gesperrt, weil er findet, dass er zuviele Mails bekommt. Er habe eh schon zuviel zu tun. Auf die Nachricht, die ich ihm in seinem Büro hinterlassen habe, hat er einfach nicht reagiert, weil er der Meinung ist, ich bräuchte die fehlenden Angaben in meinem Student Book nicht. Da ist Prof. Finkova allerdings anderer Meinung. Die hat mich nämlich für Donnerstag noch einmal zu sich bestellt, weil ein Eintrag fehlerhaft ist. Es wäre doch ganz großartig, wenn man hier nicht immer nur so tun würde, als wäre alles kein Problem. Aber gut, ich werde auch das noch schaffen.

Meine letzte Miete ist gezahlt. Jetzt darf meine Mitbewohnerin soviel Wasser verbauchen wie sie mag, auch wenn es mir um das gute Wasser Leid tut, aber immerhin finanziere ich das nicht mehr. Irgendwann in den nächsten Stunden soll die Domakinka vorbeikommen um sich mein Zimmer anzusehen. Hoffentlich bald. Ich habe keine Lust hier die ganze Zeit rumzusitzen. Außerdem muss ich mir ja hinterher auch noch meine Kaution abholen und selbige unter die Leute bringen...

10.6.09 09:30


Das Ende naht

Nun ist es also fast vorbei, mein Auslandssemester. Viel neues gibt es momentan nicht. So langsam reisen alle ab oder schreiben ihre Hausarbeiten und ich bin dabei meine Unterlagen zusammenzubekommen. Meine Unterschrift unter meiner Bestätigung für mein Auslandssemester habe ich bereits, fehlt noch mein Transcript of Records. Da fangen die Probleme dann auch an. Einer meiner Profs hat vergessen meine credits einzutragen und nun kann ich ihm hinterherrennen. Per E-mail erreichen kann ich ihn auch nicht. Mal sehen was das noch wird. Aber Sorgen brauche ich mir nicht zu machen. Wird schon alles. Lästig ist es trotzdem. Für meinen Auszug nächste Woche besorge ich mir grade bulgarische Hilfe. Das muss alleine nicht unbedingt sein.

Fairer Weise ist es jetzt in Deutschland kalt und hier warm. Das ist super, so stelle ich mir das vor. Nur leider bedeutet warm hier in Sofia immer gleich heiß und schwül, was für den Kreislauf nicht so feierlich ist. Dafür fahre ich dann ja aber am Samstag ins Rilagebirge und darf mich warm anziehen. Es gibt dort noch Schnee. Großartig. Ich habe keine Ahnung was ich anziehen soll.

Wenn man die Profs hier ernst nehmen kann, dann werde ich eine ganz großartige Juristin, ich kenne mich gut im bulgarischen Recht aus und überhaupt. Ich denke meine Karriere ist gesichert. Bleibt zu hoffen, dass das in Deutschland so weitergeht. Das zweifle ich allerdings arg an.

4.6.09 14:40


Varna

Nun bin ich schon zurück aus Varna. Sehr kurzer Ausflug, aber es hat sich gelohnt!

Am Montag habe ich mich abends zum Bahnhof aufgemacht, natürlich keinen Minibus bekommen und irgendwann entnervt ein Taxi genommen. Die drei Euro kann man sich auch mal leisten, bevor man noch den Zug verpasst. Auf dem Bahnhof bin ich dann gleich in den Zug, hatte diesmal eine Bulgarin in meinem Abteil, die dem Englischen nicht mächtig war, aber ich wollte ja eh schlafen. Viel geschlafen habe ich nicht und so war ich etwas müde als ich in Varna ankam. Dort auf dem Bahnhof habe ich mir aber sofort den benötigten Stempel auf die Rückseite meiner Fahrkarte drücken lassen und bin dann erstmal raus. Orientieren, alleine, diesmal ohne gebuchtes Hostel. Zuerst also zum Stadtplan vor der Tür. Da standen schon zwei mit Rucksäcken und bei näherer Betrachtung kamen mir die beiden auch sehr bekannt vor. Es waren Teresa und Diana, zwei tschechische Erasmusstudentinnen aus Sofia. Die beiden waren gerade auf dem Weg zu ihrem Flug in die Heimat, der in einer Woche in Burgas startet. Ich konnte mich anschließen und war so schon nicht mehr allein in Varna.

Zunächst haben wir uns einen Ort zum Frühstücken gesucht, da sich ein Hostel besser mit gefülltem Magen sucht. Wir haben auch gleich gefragt, ob man uns eine Bleibe empfehlen könne, konnte man nicht, also mussten wir suchen. Nach einiger Zeit sind wir dazu übergegangen Leute auf der Straße anzusprechen. Irgendwann hatten wir Glück und ein Student nahm uns mit zu seinem Wohnheim, da er davon ausging, dass man dort auch kurzzeitig Zimmer mieten könne. Die Regeln waren allerdings geändert worden und wir hätten übernachten können, wenn er der Dame an der Tür hätte glaubhaft erklären können, dass wir alle drei seine Freundinnen sind. Davon haben wir dann alle mal Abstand genommen und sind gegenüber ins Hotel gezogen. Das Hotel war für uns drei zusammen in Endeffekt auch günstiger und wir konnten uns nach einer Dusche zum Strand aufmachen.

Am Strand war es schön, noch leer, windig und etwas frisch, aber von einem ausgiebigen Sonnenbad, und ich von einem Bad im Schwarzen Meer, haben wir uns nicht abhalten lassen. Als es dann viel zu kalt wurde sind wir mit dem Bus zurück ins Hotel gefahren und die anderen beiden sind erstmal eingeschafen und haben auch bis zum Morgen durchgeschlafen. Für mich war das etwas früh, sodass ich krampfhaft nach stiller Beschäftigung suchte. Gefunden habe ich ein Internetcafe und später meinen MP3-Player.

Am nächsten Morgen ging es dann gleich wieder los zum Strand. Diesmal ohne viel Wind, mit gutem Mittagessen und perfekten Temperaturen. Etwas voller war es auch schon und unterwegs haben wir noch einen Besuch in der römischen Therme eingeschoben um den kulturellen Ansprüchen der Reise gerecht zu werden.

Nach dem ausgedehnten Strandtag gab es dann einen langen Spaziergang durch den wunderschönen Park von Varna, bei dem wir das seltenhässliche russische Denkmal besichtigen konnten. Der Park ist empfehlenswert, das Denkmal ist es nicht.

Für mich ging es dann nach einer letzten Dusche im Hotel schonwieder auf die Rückreise. Den letzten Bus von meiner Haltestelle hatte ich wohl verpasst, also stand ich  etwas hilflos an der Haltestelle, habe mir aber Hilfe besorgt. Der jenige, den ich zuerst gefragt hat, hat mich mit einer anderen zur nächsten Haltestelle geschickt, die brav mit mir gewartet und mich mit wieder einem anderen in den Bus zum Bahnhof gesetzt hat. Ich bin noch rechtzeitig zum Bahnhof gekommen, obwohl ich zwischendurch schon arge Bedenken hatte, aber nun bin ich nach einer kurzen Nacht im Zug wieder sicher in Sofia und bereit für den nächsten Ausflug.

28.5.09 08:03


Jetzt ist es fast vorbei...

Jetzt habe ich schon eine, für mich verhältnismäßig lange, Zeit nichts mehr geschrieben. In der letzten Zeit habe ich mich auch eher damit beschäftigt der Hitze zu trotzen und meine Hausarbeiten fertig zu schreiben. Heute habe ich die letzte beendet und alle per E-Mail an meine Professoren weitergeleitet. Ich bin gespannt was es dafür gibt. Plötzlich füllten sich die Seiten nämlich ziemlich schnell. Nachdem ich das verändert hatte, habe ich mich jeden Tag and eine halbfertige Hausarbeit gesetzt und einfach geschrieben bis sie fertig war. Das Ergebnis war hervorragend: Ein Tag – eine Hausarbeit.

So konnte ich dann auch am Dienstag zu Dianas Abschiedsparty gehen. Eigentlich wollte ich nicht lange bleiben, aber ich wollte mich auch auf dem Weg nicht verlaufen und zeitig da sein. Selbstverständlich habe ich mich verlaufen, war trotzdem noch verhältnismäßig zeitig da und bin trotzdem lange geblieben. Ich bin sogar noch mit in den Club gegangen, nachdem uns die Domakinka etwas unfreundlich vor die Tür gesetzt hat. Retro-Party, darunter hatte ich bisher immer eine Party mit Musik aus den 70gern, vielleicht noch den 80gern verstanden. Als dann nur Musik aus den 90gern gespielt wurde kam ich mir irgendwie sehr alt vor, hatte aber Spaß.

Am nächsten Tag wollte ich dann trotz kurzer Nacht und großer Hitze an meine Hausarbeiten weiterarbeiten. Nachdem die erste beendet war wollte ich eigentlich nur ein kurze Pause machen und sehen, ob danach vielleicht noch eine weiter zu schaffen ist. Als ich aber gerade auf dem Weg zurück in mein Zimmer war, hat mich Deni abgefangen und wir sind zusammen in die Uni gefahren. Sie wollte mich eigentlich mit in eine Vorlesung nehmen. Die Vorlesung ist ausgefallen und wir konnten Kaffee trinken gehen und uns unterhalten. Bei einem Spaziergang durch Sofia haben wir dann noch ein paar andere Erasmus-Studenten getroffen, uns der Gruppe kurzzeitig angeschlossen und sind dann für eine kurze Pause zurückgefahren. Später ging es dann zur nächsten Party. Chillout-Party auf dem Gelände der Sportakademie mit Wasserpfeife, Bier und Wein. Als es gegen 1 langsam kühl wurde auf dem Sportplatz dann noch weiter in einen Club und um 4 war ich dann auch wieder im Bett, allerdings nicht ohne versprochen zu haben am nächsten Tag zum deutsch-bulgarischen Stammtisch zu kommen und anschließend noch die Erasmus Party zu besuchen.

Am nächsten Tag habe ich es tatsächlich fertig gebracht eine weiter Hausarbeit fertig zu schreiben, meine Sachen zu packen und den deutsch-bulgarischern Stammtisch aufzusuchen. Der Stammtisch war unerwartet gut und ich könnte mich ärgern, dass ich das vorher immer verpennt habe, aber ich ärgere mich nicht. Das bringt nichts. Zur Party habe ich es dann nicht mehr geschafft. Den Stammtisch habe ich gegen halb 12 verlassen und versprochen nächste Wochen wiederzukommen und dann auch anschließend auf die Part zu gehen.

Am nächsten Morgen bin ich sehr zeitig aufgewacht, war viel zu früh fertig und viel, viel zu früh am Treffpunkt für den Trip nach Trigrad. Wenn sich jetzt der eine oder andere fragt wo das denn bitte ist, dann ist das berechtigt. Trigrad ist im Nirgendwo in den Rhodopes Bergen, also ganz dicht an der Grenze zu Griechenland. Die Fahrt war recht abenteuerlich, weil die Straßen steil und eng waren und der Bus kaputt. Soviel zum Thema deutsche Wertartbei ;-). Ich konnte zwar sehr gut lesen „Nothammer – Bei Gefahr Scheibe einschlagen“, es waren aber keine Nothammer da, aber die Gefahr hielt sich auch in Grenzen. Die meiste Zeit stand der Bus ja. Unterwegs haben wir dann das Banskovo Kloster und die Festung bei Assenovgrad besucht und ich hatte nie die richtigen Schuhe an. Turnschuhe auf der Straße hoch zum Kloster (viel zu warm) und Flip-Flops auf dem Weg zur Festung (lebensgefährlich auf den glatten Steinen am steilen Hang). Ich habe aber alles überlebt und wir kamen spät, weil unser Bus ja alle 50m stehen blieb, in unserer Unterkunft an. Die Unterkunft war so wie man sich eine alte kommunistische Herberge wohl vorstellen muss – sehr simpel, aber für zwei Nächte vollkommen ausreichend. Abends wurde dann noch bis spät gefeiert und am nächsten Morgen ging es wandern. Meiner Meinung nach können die Berge hier in Bulgarien locker mit denen in Norwegen mithalten und das Beste: Das Wetter ist schöner, also beständiger, denn es gibt ja bekanntlich kein schlechtes Wetter. Wir haben also stundenlang ein paar Seen gesucht, die irgendwo in den Bergen versteckt sein sollten. Horhe war vor 8 Jahren schon mal da. Die Seen waren am Ende allerdings eher bessere Tümpel, aber der Weg war eh das Ziel, und der war toll! Nach einer ausgedehnten Pause am See und einem kurzen Zwischenstopp mit hausgemachtem Joghurt in einer Berghütte ging es dann viel zu spät zurück. Und wir liefen und liefen und liefen, aber am Ende habe ich plötzlich den Bus gesehen. Ich bin schon etwas stolz, dass ich als erstes da war. Mein Schlüssel kam allerdings erst eine halbe Stunde später mit Paulina an.

Am nächsten Morgen ging es dann Höhlen besichtigen. In die erste bin ich noch mitgegangen. Man konnte schnell durchlaufen, es gab ein bisschen was zu sehen, aber man wurde nicht eingeschlossen und in der Höhle stundenlang von einem Führer über interessante Tropfsteinformationen aufgeklärt. Das war dann in der nächsten Höhle so, sodass ich draußen geblieben bin. Ich lasse mich nicht gerne in Höhlen einsperren und draußen hatte ich die Gelegenheit am Bach in der Sonne ein Buch zu lesen. Das gefiel mir um einiges besser. Das beste an der Höhle war sowieso der Weg dorthin. Die Straße ist so schmal, dass sie für Busse nicht passierbar ist, sodass wir die letzten 7km laufen sollten. Auf dem Hinweg wurden wir den größten Teil mit dem Auto gefahren, aber den Rückweg habe ich mit ein paar anderen ganz zu Fuß hinter mich gebracht. Die meisten anderen sind per Anhalter gefahren, auch eine Alternative.

Natürlich hat alles wieder viel länger gedauert als geplant, obwohl der Bus inzwischen heile war. In Plovdiv angekommen war es dann schon dunkel und nur Zeit für ein schnelles Abendessen und um 20 vor 12 waren wir wieder in Sofia. Auf dem letzten Stück der Busfahrt habe ich mit Paulina den Soundtrack zu MammaMia gehört und fleißig und falsch mitgesungen. Ich glaube die aufgedrehte Tschechin hinter mir, die vorher immer genervt hat, wollte tatsächlich schlafen. Schade.

Jetzt habe ich eine Fahrkarte für den heutigen Nachtzug nach Varna und für den am Mittwoch zurück, sodass ich mal ganz schwer hoffe, dass das Wetter schön ist die nächsten zwei Tage!

25.5.09 15:32


Die Zeit rennt!

Die Zeit rennt, ich muss noch vier Kuwibesinnungsaufsätze beenden und es wird immer wärmer. Heute geht es tatsächlich, aber warm ist es noch immer. Eigentlich stört mich das ja nicht, aber meinen Laptop schon. Das blöde Ding meint nämlich auf Grund der Außentemperaturen habe er ein Recht auf sehr regelmäßige Pausen und Schonung. Ich schone ihn also, skype nur noch wenig und lasse sogar ICQ die meiste Zeit aus. Das schränkt meine Kontakte zwar etwas ein, aber anders geht es nicht und hat außerdem eine positive Auswirkung auf meine Arbeiten, was aber auch an meinen Formatänderungen liegen kann...

Die meiste Zeit verbringe ich also drinnen. Raus gehe ich, wenn ich Hunger bekomme, andere Erledigungen machen muss oder verabredet bin. Nahrung wird grundsätzlich nur noch außerhäusig aufgenommen. Man spart ja soviel Zeit und sieht mal was anderes. Wenn ich es in meinem Zimmer gar nicht mehr aushalte lege ich mich mit einem Buch auf die Wiese und sollte mir wohl wirklich bald mal Sonnencreme kaufen...

Am Dienstag hat mich mein Prof., statt die Vorlesung in seinem Büro zu halten, zum Essen eingeladen. Fand ich sehr nett und war auch lecker. Außerdem gab es vorher noch eine kleine Führung durch das Universitätsgebäude und im Restaurant noch bulgarische 60ger Jahre Dichter zu sehen. Ein rundum gelungener Mittag, würde ich sagen.

16.5.09 14:47


Ich habe viel Zeit...

Ich habe nach den ganzen Reisen und Ausflügen in den letzten Wochen nun wieder viel Zeit, die ich dazu nutzen sollte meine Hausarbeiten zu schreiben. Irgendwie ist aber plötzlich das Wetter wunderschön, draußen ist es warm und mein Laptop der Ansicht, dass ich das nutzen sollte. Er verweigert den Dienst. So muss ich dann also raus. Schönes Wetter in der Stadt frustriert mich immer wieder, aber am Ende eines Tages war es dann doch immer nicht so schlimm.

Ein paar Beispiele: Von meinem Shoppingerlebnis nach der Geldautomatenaufregung habe ich ja bereits berichtet. Am Tag darauf bin ich wieder in die Stadt gefahren. Diesmal allerdings nur um mich auf eine Bank zu setzen und zu lesen. Die erste ältere Dame, die neben mir saß fragte mich nur nach der Uhrzeit, hat ich dabei aber sehr nett angelächelt. Das war schonmal toll. Die nächste setzte sich und fing an mit mir zu reden. Als das auf bulgarisch nicht funktioniert, machte sie auf englisch weiter. Einfach so. Ich war sehr beeindruckt! Die wenigsten Menschen sprechen hier freiwillig englisch und von einer Dame jenseits der 60 hätte ich das am allerwenigsten erwartet. Es stellte sich heraus, dass sie Englischlehrerin war und somit quasi vom Fach. So verbrachte ich also einen Teil meines Nachmittags nicht nur mit Dan Brown und fiktiven Buchgestalten, sondern unterhielt mich mit Mary. Sehr erfirschend!

Gestern habe ich mich tatsächlich getraut mich in den Park zu setzen. Auf die Wiese! In Studentski Grad! Ich hätte das selbst vorher nicht für möglich gehalten, aber am Ende war es gar nicht so schlecht. Ich hatte meine Ruhe, der Müll wurde in den letzten Wochen erfolgreich beseitigt und Hunde sieht man auch weniger. Wird daran liegen, dass weniger Nahrung für sie herumfliegt. Am Ende fühlte ich mich so sicher, dass ich sogar etwas eingedöst bin. Einziger Minuspunkt: Einen Moment nicht aufgepasst, kaputten Fußweg nicht mitbekommen, gestolpert, wohl Zeh gebrochen. Sehr schmerzhaft. Noch immer.

Heute war ich dann mit meiner Mitbewohnerin einen Kaffee trinken. Auf dem Weg in die Stadt ist mir einiges klar geworden. Vor ein oder zwei Tagen hat mir Livia eine Zeitungsnotitz übersetzt, die besagt, dass sich nur 30% der Bulgaren die Zähne putzen und eine Zahnbürste besitzen. Im Bushabe ich zwei Exemplare der anderen 70% gesehen. Die brauchen keine Zahnbürste, sie haben keine Zähne. Das "Pärchen", mitte 40 würde ich sagen, hatte zusammen ungefähr vier Zähne. Ich habe mich gefragt was sie so essen. Ich weiß es nicht. An 30% ohne Zahnbürste mag ich trotzdem noch nicht glauben. Da müsste irgendwas gewaltig schief laufen.

Dass hier einiges sehr schief läuft, daran besteht wohl kein Zweifel. Bei Busfahrten übers Land sehe ich Feldarbeit, die per Hand und mit Hilfe  von Eseln und Pferden betrieben wird, was ja an sich nichts verwerfliches ist, aber für mich sehr bemerkenswert. Gleichzeitig sehe ich regelmäßig ein sehr bemerkenswertes Polizeiauto. Muss die Polizei Audi TTs als Einsatzwagen haben, während Bürger nichtmal eine Zahnbürste besitzen und sich tagtäglich bei jedem Wetter auf dem Feld dem Rücken buckelig arbeiten? Und warum bekommen Lehrer einen Lohn gezahlt, von dem man nichteinmal hier leben kann? Wieso sind fühlen sich Reisende aus anderen ehemaligen Ostblockstaaten, als wären sie gerade einer Zeitmaschine entstiegen, wenn sie nach Bulgarien kommen. Sicher gibt es dafür viele Erklärungen, aber der Audi TT geht mir nicht aus dem Kopf.

Als ich heute auf Nahrungssuche wieder mit dem Bus unterwegs war (nur ein kleines Stückchen, den Rest bin ich gelaufen, weil ich das Gefühl hatte, dass ich mir mein Abendessen mit etwas Bewegung verdienen sollte) habe ich dann eine Gruppe Mädchen beobachtet. Ich habe keine Ahnung wie alt sie waren, aber das spielt ja auch keine Rolle. Die eine Hälfte war schlank und ich habe ihre Disziplin bewundert. Die andere Hälfte war dürr und ich habe mir Sorgen gemacht. Ich möchte da wirklich niemandem etwas unterstellen, aber bei manchen könnte man eine seltsame Färbung der Zähne vermuten, womit ich nicht andeuten möchte, dass sie sich nicht die Zähne putzen. Auch hier frage ich mich: Muss das wirklich sein? Wenn ich höre, dass Mädchen von ihrem Freund verlassen werden, weil sie ein paar Kilo zugenommen haben, oder andere mit normaler Figur gesagt bekommen, sie wären ja echt toll, müssten aber schon ein paar Kilo abnehmen, dann fällt mir dazu nichts ein. Wie Livia zu der Zahnbürstenstory sagte: Man möchte meinen, man sei in Afrika und nicht in Europa. Derselbe Gedanke kommt mir zuweilen, wenn ich mir das eine oder andere schon lange nicht mehr besonders weibliche Wesen hier ansehe. Und das sage ich nicht nur, weil ich selbst wohl ganz dringend malwieder Sport treiben sollte.

10.5.09 21:21


Zwischenmeldung

Mir ist nicht langweilig und ich hätte auch eigentlich eine Menge zu lesen... Irgendwie war es aber heute für mich interessanter damit anzufangen Fotos ins Netz zu stellen. Für alle, die Interesse haben: Die Links stehen links :-) und ich habe noch mehr.
7.5.09 12:29


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