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Am vorletzten Mittwoch bin ich dann also halbwegs zeitig aufgestanden, um mich mit einem Professor zu treffen, den ich bisher noch nicht kannte, vorher in aller Ruhe noch den Raum aus der E-Mail abzuschreiben und nach dem Treffen die Oma vom Flughafen abzuholen. Als ich allerdings meinen Computer befragen wollte fiel der Strom aus. Also Plan B: Akku. Dumm nur, dass mit dem Strom auch das Internet ausgefallen ist. Auch davon habe ich mich aber nicht weiter irritieren lassen, meinen Laptop eingepackt und mich zur Uni aufgemacht. Da es nun noch sehr früh war und ich mir nicht sicher, ob ich in der Uni W-LAN empfange, bin ich in ein Cafe gegangen, habe gemütlich gefrühstückt und dabei im Internet alles erledigt was es so zu erledigen gab. Zu meiner „Vorlesung“ bin ich dann etwas verspätet aufgebrochen, sodass ich auch fünf Minuten zu spät ankam, habe mir aber die ganze Zeit selbst gesagt, dass fünf Minuten zu spät hier noch zu früh ist. So war es dann auch. Ich stand (mal wieder) vor verschlossener Tür, aber ich kann ja warten, geduldig, sehr geduldig. Nach einer dreiviertel Stunde, die ich sinnvoll mit Rumsitzen und –laufen verbracht habe (Ich habe herausgefunden, dass es auf demselben Flur ein Arktisinstitut gibt), habe ich dann meinen Laptop wieder aus dem Rucksack gezogen um, falls möglich, das Internet zu befragen, ob ich vielleicht eine Absage oder Raumänderung verpasst habe. Es gibt tatsächlich W-LAN im Universitätsgebäude, eine entsprechende E-Mail gab es allerdings nicht, sodass ich nach einer Stunde Wartezeit meinerseits eine sehr diplomatische E-Mail mit meiner Telefonnummer verfasst und abgeschickt habe. Um zum Flughafen zu fahren war es noch zu früh, Stau eingerechnet allerdings zu spät zurück nach Studentski Grad zu fahren, das Wetter war schlecht und Lust auf Mittagessen hatte ich auch keine. So bin ich dann einfach mal losgelaufen um sicherzugehen, dass der Bus auch da abfährt, wo ich dachte. Plötzlich saß ich dann irgendwie im Bus und war sehr viel zu früh am Flughafen. Ärgerlicher Weise landen die Billigflieger am alten, kleine Terminal 1. Da gibt es gar nichts. Ein kleines Cafe, drei Autovermietungen, eine Bank. Ich glaube das war es wirklich. Im Cafe habe ich mir dann mal einen Tee bestellt und mich von MTV berieseln lassen. Der Akku von meinem Laptop war nämlich inzwischen leer und weit und breit keine Steckdose in Sicht. Zwischendurch rief der Professor an, entschuldigte sich, er habe keine Zeit gehabt, aber wir könnten uns ja morgen treffen.

Dann eine halbe Ewigkeit später: Landung, Sofia, Regen. Sofia im Regen zu präsentieren ist wenig erfreulich, aber nach einem kurzen Zwischenstopp im Hotel sind wir gleich aufgebrochen um die Stadt und die ersten Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Ein paar Kirchen später gab es dann das erste gemeinsame Essen in Bulgarien und Tag eins war auch schon rum.

Am nächsten Morgen gab es Frühstück im Hotel, danach ausgefallenes Treffen mit dem Professor nachholen und für Oma einen Galeriebesuch. Wir waren gleichzeitig fertig und konnten unser Sofiaprogramm gemeinsam fortsetzen und die Stara Stena aufsuchen, uns zum Kaffee einladen lassen und einen sonnigen, warmen Tag genießen. Abends ging es in ein traditionelles bulgarisches Restaurant mit gutem Essen und Musik. Wir haben ganz wahnsinnig viel gegessen und nicht einmal mehr ein Dessert geschafft.

Am nächsten Morgen ging es nach dem gemeinsamen Frühstück im Hotel mit dem Bus nach Blagoevgrad. Unterwegs musste ich dieses Mal nicht alleine Schaf- und Ziegenherden, Eselkarren und recht bodenständige Feldarbeit bewundern. In Blagoevgrad haben wir erstmal ein Hotel gesucht, gefunden und mit Hilfe von viel Geduld und einer Zeichnung zwei Einzelzimmer bekommen. Zu meinem Zimmer muss ich kurz erwähnen, dass es zwar im vierten Stock ohne Fahrstuhl war, dafür aber zur Hälfte von einem Balkon umgeben war. Großartig! Wenn es jetzt noch eine Sitzgelegenheit gegeben hätte… Den Rest des Tages haben wir damit verbracht gemütlich Blagoevgrad zu erkunden und uns ganz wunderbar zu unterhalten, bevor es am nächsten Tag mit dem Bus weiter nach Rila und von dort aus weiter ins Rilakoster ging. Im Rilakloster stand plötzlich der Amerikaner aus dem Zug nach Istanbul hinter mir. Dinge gibt’s… Wenn ich den noch öfter treffe wird es gruselig. Im Bus kannte ich auch noch jemanden, obwohl ich vorher die ganze Zeit behauptet habe, dass wir bestimmt niemanden treffen würde und es total egal sei ob die Haare sitzen oder nicht. Manchmal irre selbst ich. Zurück in Sofia habe ich mir dann auch gleich mal meinen MP3-Player klauen lassen.

Am nächsten Tag im Museum haben wir Barbie und Ken mitsamt Tochter Stacey gesehen. Wahnsinn! Also hier laufen ja viele herum, die versuchen es zu sein, aber die… Ich konnte mich nicht ganz entscheiden, ob ich staunen oder lachen wollte. Lachen wäre wohl sehr unpassend gewesen, also habe ich das so gut es ging unterdrückt. Diese Schuhe, diese Haare, sein Hemd, allgemein was sie anhatten und: seine Goldkette!!! Kettchen kann man nicht mehr sagen und so passend zum tief ausgeschnittenen Hemd. Perfekt! Warum genau sie im Museum waren weiß ich allerdings nicht. Rein in den Ausstellungsraum, einmal umgedreht und wieder raus. Für uns waren sie allerdings eine Attraktion. Besonders interessant war zu beobachten, wie sie die Treppe herunterstakste. Phantastisch! Und das alles ohne Eintritt. Abends ging es noch einmal in das bulgarische Restaurant. Diesmal begann eine Dame vom Nebentisch zu singen und lieferte ihre eigene Show. Auch was. Und das Essen…

Und schon war der Besuch vorbei.

Später war ich mit Paulina in einem Kino verabredet, dass ich noch nicht kannte. Ich habe mich seit langem zum ersten Mal wieder hoffnungslos in Sofia verlaufen, den Taxifahrer gezwungen den Taxameter anzustellen und hatte Glück, dass die Polizei ihm jegliche Möglichkeit genommen hat mir mehr Geld aus den Rippen zu leiern. Man sollte eben anständig fahren… Ins Kino haben wir es am Ende doch noch geschafft, „Der Vorleser“ gesehen und hinterher etwas gehetzt den letzten Bus erwischt.

Am nächsten Tag haben wir mit Kuchen und Dart spielen etwas den Geburtstag meiner Mitbewohnerin gefeiert, bevor es dann am Mittwoch, nachdem mich mein Professor zum nun zweiten Mal versetzt hatte (Es ist nicht zu glauben! Dabei hätte er diesmal nur kurz anrufen müssen! Ich habe also wieder eine Stunde gewartet -diesmal die ganze Zeit mit Laptop und Internet- und erneut eine E-Mail geschrieben.) mit der aus Polen zurückgekehrten Paulina chinesisch essen gegangen. Danach wollten wir eigentlich ganz kulturell in ein Museum oder so gehen. Wir mussten allerdings feststellen, dass zumindest ich so ziemlich alles gesehen habe, was sehenswert zu sein scheint und uns dann für Kino entschieden. Wir waren ja länger nicht im Kino.

Am Donnerstag habe ich dann nur kurz das Haus verlassen um den nächsten Erasmus Trip zu bezahlen. Ich bin so gegangen wie ich den ganzen Tag Zuhause gesessen hatte. Böser Fehler. Spontan habe ich mich dann nämlich entschieden mit ins Ballett zu gehen. Jemand war krank geworden und ich konnte die Karte haben. Ich war weder fürs Ballett richtig angezogen oder sonst irgendwie fertig, noch für die anschließende Party. Nach 3,5 Stunden Schwanensee war allerdings auch keine Zeit mehr daran noch etwas zu ändern. Viel los war aber eh nicht, die Musik war mäßig, dafür laut, aber dafür kennt man inzwischen einige Leute. So konnte ich dann gemeinsam mit Nathalie aus Belgien einen sehr aufdringlichen, betrunkenen Bulgaren abwehren, der so dreist war am Ende sogar auf die Damentoilette zu kommen. Ich bin dann auch mal ganz schnell nach Hause, bevor das noch besser wurde.

Am nächsten Tag ging es bei Regen in vollem Zug nach Plovdiv. Das Wetter wurde den ganzen Abend nicht besser, dafür gab es gutes arabisches Essen und danach ein paar Runden Domino im Hostel. Ich hatte nämlich zugestimmt Ahmed mitzunehmen. Hätte ich gewusst wie laut er schnarcht, hätte ich eine Ausrede gefunden. Ich habe also die ganze Nacht kaum ein Auge zubekommen, habe mich allerdings auch nicht getraut ihn zu wecken. Ich musste allerdings feststellen, dass Wecken auch nichts gebracht hätte. Paulina hat es probiert. Er war dann auch kurz wach à hat also nicht geschnarcht wie eine Horde Rhinozerosse, ist aber schneller wieder eingeschlafen als ich und das ganze ging von vorne los. Als das Wetter am nächsten Morgen noch immer nicht besser war habe ich dann Paulina gefragt, ob wir nicht besser wieder zurück fahren sollten. Wir haben dann also ausgecheckt. AB da wurde das Wetter wieder besser. Selbstverständlich. So muss es sein. Milla hat uns dann den Tag über Plovdiv gezeigt. Am Ende bin ich aber nur noch im Halbschlaf nebenher getrottet und durfte mir dann auch noch vom Schnarcher anhören, er habe auch kaum schlafen können, weil Paulina und ich „ständig“ zur Toilette gerannt seien. Auf die Diskussion habe ich mich gar nicht erst eingelassen. Ich habe mich auch geweigert noch eine Nacht länger zu bleiben. Das Wetter war mir ziemlich egal. Ich wollte schlafen. Also ging es mit dem Zug zurück. Ich habe dann heute kurz darüber nachgedacht, ob ich vielleicht einfach zu egozentrisch bin, um mit anderen zu verreisen und mich einer Gruppe unterzuordnen. Mir ist dann aber doch eingefallen, dass das doch schon einige Male ganz gut geklappt hat. So schlimm bin ich wohl also nicht. Jetzt grade bin ich jedenfalls froh, dass ich eine schnarchfreie Nacht hatte, obwohl das Wetter entgegen aller Vorhersagen schön ist und ich in meinem Zimmer in Sofia sitze und nicht in Veliko Tarnovo bin. Vielleicht schaffe ich das morgen.

 

3.5.09 10:59
 



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