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Auf Regen folgt Sonnenschein 

So ist es wohl. Bei all meiner Aufregung über meine doch stark eingeschränkte Nachtruhe habe ich wohl in meinem letzten Beitrag nicht wirklich zum Ausdruck gebracht, dass mir Plovdiv an sich echt gefallen hat. Bei Sonnenschein war es wirklich schön und mit einer Ortskundigen echt interessant. So weiß ich jetzt also auch welche Häuser in Bulgarien wirklich alt sind und welche nicht und warum die Architektur ist, wie sie ist, bzw. war. Dieses Wissen konnte ich dann auch gleich bei meinem Ausflug nach Veliko Tarnovo gestern nutzen. Aber der Reihe nach:

Am Sonntag drohte ich arg in Antriebslosigkeit und Frust zu versinken. Da gab es dann nur noch eine Lösung: Raus in die Sonne und ein Buch kaufen! Das habe ich dann auch in Angriff genommen. Ich bin also in den Bus gestiegen, in die Stadt gefahren und zum Buchladen gelaufen. Da gab es dann schon wieder den ersten Pluspunkt für Bulgarien: Ich kann sonntags einfach mal so in ein Büchergeschäft gehen. Sehr gut! Mit der Auswahl habe ich mir Zeit gelassen und mich am Ende für Dan Browns Da Vinci Code entschieden. Keine sehr kreative Entscheidung und ich weiß, dass ich mir den von 1000 Leuten und Bibliotheken leihen könnte, aber nicht genau in dem Moment. Glücklich mit Buch habe ich mir dann ein Hörnchen und eine Flasche Wasser gekauft, mich auf eine Bank auf dem Kirchplatz gegenüber des Bücherladens gesetzt (und später gelegt) und angefangen mein Buch zu lesen, während um mich herum Tauben balzten, Kinder laufen lernten, Hunde schnüffelten und alte Frauen tratschten (nicht, dass ich wüsste was sie sagen, aber worüber redet man halt so?). Nach ungefähr zwei Stunden war die Welt wieder in Ordnung. Wieder „Zuhause“ kam nach einer Weile auch Livia und wir sind nach einem kurzen Gespräch zusammen zum Chinesen gefahren. Livia hatte schon gegessen, nahm also nur einen Kaffee und ich eine Schopska. Sehr eigenwillige Kombination beim Chinesen, aber wenn die das auf der Karte haben…

Am nächsten Tag meldete sich dann Paulina. Nach einigem Hin- und Her (ohne Verwirrung und Planänderung scheint es nicht zu gehen) ist sie dann zu mir gekommen, ich habe ihr wie gewünscht Fotos auf eine DVD gebrannt und danach haben wir Livia eingesammelt und sind in die Stadt gefahren. Der Plan war zuerst zu O’shipka essen zu gehen und danach ins Kino. Wir mussten uns auf Grund der Feiertage ein neues Restaurant suchen, haben dabei aber einen tollen Italiener entdeckt. Danach habe ich den beiden noch „meinen“ Buchladen gezeigt und wir sind in Richtung Mall gelaufen. Unterwegs haben wir uns vor dem NDK noch in die Sonne gesetzt und Skatern, Boardern und BMXern zugesehen und vor allem die flanierenden Bulgaren betrachtet. Es gibt immer was zu sehen!

Dienstag ist Livia ungefähr um fünf aufgestanden um nach Veliko Tarnovo zu fahren. Mir war das zu früh, aber als sie um sechs weg war, bin ich doch aufgestanden. Irgendjemand hatte seine Party noch immer nicht beendet und der Bass hat mich am Weiterschlafen gehindert. Also bin ich los zum Busbahnhof, habe mir die Tickets für Hin- und Rückfahrt besucht und war um viertel vor elf in Veliko Tarnovo. Livia habe ich nicht getroffen, weil ich nämlich ihre Handynummer nicht gefunden habe, aber ich habe mich allein gut zurechtgefunden. Ich musste mich etwas sputen um alles in sechs Stunden zu sehen, war aber erfolgreich und wusste dank Millas Führung sogar worauf ich bei den Häusern achten muss und habe mir sogar ein Büchlein zur Stadt gekauft. Auf dem Rückweg hat es dann ganz furchtbar zu regnen angefangen, aber ich saß ja warm und trocken im Bus. Einige Zeit nach mir war dann auch plötzlich Livia wieder da. Eigentlich wollte sie über Nacht wegbleiben. Nun war sie wieder da und mein Abend „sturmfrei“ passe, aber was will man machen?

Den heutigen Tag wollte ich dann zum shoppen nutzen. Eigentlich hatte ich gestern über einen Ausflug nach Melnik nachgedacht, jedoch ist die Busanbindung schlecht und mir ist momentan nicht nach „Lost in Bulgaria“. So bin ich also gleich morgends aufgebrochen. Die Geschäfte hatten noch nicht geöffnet, was mich quasi in ein Cafe zwang. (Jetzt ganz kurz an Oma: Ich habe Kaffee bekommen, richtigen, in einer großen Tasche. Wenn du einen Beweis brauchst, müsstest du noch einmal herkommen.)

Nach meinem Kaffee (und, ich gebe es zu, einem Croissant) wollte ich dann Geld abheben. Der Automat wollte jedoch keines rausrücken. Ich bin dann also zum nächsten. Aus nichts. Das war dann der Moment, an dem ich etwas unruhig wurde, mich auf den Rückweg machte und bereits das Telefongespräch mit meiner Bank in Gedanken durchging. Man hört ja so einiges über Kartenkopierer, aber das muss doch nicht jetzt sein, nicht ich… Ich musste mich jedoch noch etwas gedulden, da die Militärparade gerade stattfand. Die Vorbereitungen hatte ich vorher schon beobachtet, mich aber nicht weiter darum gekümmert. Nun war die halbe Innenstadt gesperrt und wenn man schon mal da ist, dann muss man wohl auch einen Blick werfen. Ein paar Blicke haben mir allerdings tatsächlich gereicht. Bei dem Anblick von Panzern, die an einem sonnigen Tag an fröhlich winkenden Menschen vorbeifahren ist mir etwas anders geworden. Ich weiß nicht was das war, aber es war sehr seltsam. Mir gibt es gar kein gutes Gefühl so etwas zu sehen.

Kurze Zeit später waren die Panzer weg, die Straßen frei und ich habe sofort einen Bus bekommen. Wenigstens das hat mal geklappt. Ich habe sogleich mein Skype Guthaben aufgestockt und die Bank angerufen. „Bitte haben Sie etwas Geduld, der nächste freie Mitarbeiter wird sich um sie kümmern. MUSIK Bitte haben Sie etwas Geduld, Sie werden gleich an den nächsten freien Mitarbeiter durchgestellt… Irgendwann (Es hat tatsächlich nicht lange gedauert. Ich war erstaunt und erfreut.) kam dann eine neue Stimme. Bitte geben Sie Ihre Kontonummer an, oder tippen Sie sie ein. Habe ich vorgelesen, hat die Stimme verstanden. Dann: Bitte geben Sie jetzt Ihren Telefon PIN an, oder tippen Sie ihn ein. Problem: Kenne ich nicht. Ich habe also geschwiegen. Dann: Ich habe Sie leider nicht verstanden. Bitte wiederholen Sie Ihren Telefon PIN, oder tippen Sie ihn ein. Ich habe wieder geschwiegen, weil ich daran gezweifelt habe, dass sich die Computerstimme für meine Erklärung interessiert. Daraufhin die Stimme: Ich habe sie leider erneut nicht verstanden. Bitte… Ich habe mich gefragt wie lange das so weitergeht, aber erneut geschwiegen. Die Stimme hat mein Schweigen diesmal aber richtig als „Du bekommst meinen PIN nicht“ verstanden und ich wurde nach der Aufklärung, dass das Gespräch aufgezeichnet würde, an eine Mitarbeiterin durchgestellt, die nach Kräften versuchte mir im Rahmen ihrer rechtlichen Möglichkeiten (ich kannte ja meinen PIN nicht) zu helfen und mich beruhigte, dass alles in Ordnung sein müsste. Seltsam, aber damit musste ich mich dann zufrieden geben.

Ich bin also erneut zu einem Geldautomaten. Diesmal hat er tatsächlich angefangen Geld zu zählen… Und er hörte gar nicht mehr auf. Heraus kamen dann 40 10 Leva Scheine. Da war mir klar, dass wohl die Automaten alle seit einer Woche nicht neu beliefert worden waren und in der Innenstadt folglich leer. Super. Viel Wind um nichts, aber ich war in Bewegung. Nun mit einem ganzen Stapel Geld bin ich dann nämlich zurück in die Stadt. Allerdings habe ich erst ein paar Scheine in mein Zimmer gebracht. 40 sprengen mein Portemonnaie.

Und die Sonne scheint noch immer!

 

6.5.09 16:22
 



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