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Musala und die wunderbare Organisation

Bevor ich jetzt am Ende noch meinen Blog total vernachlässige, werde ich jetzt noch einmal versuchen die letzten größeren Ereignisse aufzuschreiben.

Am letzten Wochenende ging es ins Rila Gebirge um den höchsten Gipfel, den Musala, zu erklimmen. Dieses Mal gab es nur eine Übernachtung, aber das Gepäck von einer Übernachtung unterscheidet sich bei mir nicht großartig von dem von zwei Übernachtungen. Ich war also malwieder reichlich bepackt, als ich am Samstag früh um halb neun am vereinbarten Treffpunkt ankam.

Die erste Überraschung kam, als Horhe der Organisator mit einem grünen Trainingsanzug über einem roten T-shirt mit einem roten Rucksack und einem pinken Hut mit bunten Blümchen auftauchte. Man muss wohl sehr farbenblind oder sehr ignorant für ein solches "Outfit" sein. Aber gut, mich kennt hier ja keiner.

Als ich diese Erscheinung halbwegs verdaut hatte, wurde die Frage gestellt, ob wir denn auch alle ausreichend zu Essen dabei hätten für die folgenden zwei Tage. Da vorher nicht angekündigt worden war, dass das nötig sein würde, hatte das natürlich kaum jemand, aber unterwegs konnte ja noch eingekauft werden.

Nach kurzem Zwischenstopp im Supermarkt und kurzer Fahrt wurden wir dann in einem Ski-Resort abgesetzt, von wo aus wir vier Stunden mit unserem Gepäck zur Hütte wandern sollten. Hiervon war vorher auch nie die Rede gewesen. Geshockt war ich allerdings weniger. Mein Gepäck war auch grundsätzlich nur zu schwer und weniger unhandlich. Andere hatten es da schon schwerer... So ging es also bei schönstem Sommerwetter immer bergan der Hütte entgegen. Wegen des Gepäcks fiel es mir zuweilen etwas schwer die landschaftlichen Reize ausreichend wertzuschätzen, aber an der Hütte angekommen waren meine Rückenschmerzen und die schweren Beine bei einem kalten Karmeniza schnell vergessen. Der Blick nach unten war einfach großartig, die Stimmung gut und der Tag noch lange nicht um. So konnten wir also die Berge von oben bewundern, etwas essen und den Abend gemeinsam in entspannter Runde verbringen. Das ganze gestaltete sich etwas wie eine Klassenfahrt. Ich verstehe nicht, was an "Wahrheit oder Pflicht" so reizvoll ist, aber vielleicht kann es mir ja jemand erklären. Da es am nächsten Morgen früh losgehen sollte, wurde der Abend dann auch zeitig beendet und es ging in die Betten.

Am nächsten Morgen früh um sechs oder so wurden wir dann geweckt. Los ging es selbstverständlich mit kleiner Verzögerung, die sich aber in Grenzen hielt. Das Gepäck war schon etwas leichter geworden, da man Nahrungsmittel ja nach und nach verbraucht und umgepackt ging dann auch schon alles viel besser. Auch war es in den Morgenstunden noch erfreulich kühl und eine Hütte in Aussicht, bei der wir unser Gepäck für die letzten Kilometer zwischenlagern konnten.

An der Hütte angekommen verteilte ich meine Sachen dann so geschickt, dass ich am Ende kaum noch zu tragen hatte. Das war wirklich keine Absicht, aber es ist schon angenehmer, wenn andere für einen tragen. Meine Sonnencreme hatte ich auch dabei, nur habe ich sie leider nicht aufgetragen, sondern nur tragen lassen. Nicht besonders klug, wie ich später schmerzvoll erfahren musste.

Durch Schnee und über Felsen ging es dann zum Gipfel. Ich fühlte mich sehr an Norwegen im letzten Jahr erinnert, nur dass wir diesmal auf dem richtigen Pfad blieben, der allerdings nicht angenehmer war, als unsere Alternativroute im letzten Jahr. Am Ende wusste ich wieder, wie sehr ich Felsen hasse. Oben angekommen war aber auch das wieder vergessen. Ich konnte die Aussicht, die Luft und vor allem meinen Erfolg genießen, bevor es wieder hinunter ging. Einer steilen Hang hinabsteigen ist auch nicht angenehm, kann ich nur sagen.

Unten an der Hütte angekommen habe ich dann erstmal ein Bad im eiskalten See genommen. Alle anderen haben mich wohl für ziemlich bekloppt gehalten, aber so kal war es wirklich nicht. Außerdem ist es wohl verboten, was ich allerdings erst hinterher erfahren habe. Ich halte das für Verschwendung, aber gut. Da muss man abwägen, ob man mal gegen Regeln verstoßen will. Ich bin jedenfalls froh, dass ich keine Ahnung hatte, sonst hätte ich echt etwas verpasst.

Der Rückweg war endlos lange, ging über Wiesen, die mit Schmelzwasser geflutet waren und langsam merkte ich die zurückgelegten Kilometer und meinen Sonnenbrand, aber ich habe es geschafft.

Im Bus wurde etwas gedöst und zurück am Block 8 bin ich ersteinmal mit Deni etwas essen gegangen. Viel zu spät, teurer als sonst, aber großartig gegen den Hunger.

Am Montag war ich, statt mich auszuruhen, mit Corinna und Niki bei den Sofioter Design Wochen. Etwas Kultur und so und dazu viel Treppensteigen. Großartig. Schmerz lass nach. Uni habe ich an diesem Tag Uni sein lassen und mich erst am Dienstag wieder um meine noch fehlende Unterschrift bemüht. Ich habe sie dann auch bekommen. Der Prof hat seinen E-mail account gesperrt, weil er findet, dass er zuviele Mails bekommt. Er habe eh schon zuviel zu tun. Auf die Nachricht, die ich ihm in seinem Büro hinterlassen habe, hat er einfach nicht reagiert, weil er der Meinung ist, ich bräuchte die fehlenden Angaben in meinem Student Book nicht. Da ist Prof. Finkova allerdings anderer Meinung. Die hat mich nämlich für Donnerstag noch einmal zu sich bestellt, weil ein Eintrag fehlerhaft ist. Es wäre doch ganz großartig, wenn man hier nicht immer nur so tun würde, als wäre alles kein Problem. Aber gut, ich werde auch das noch schaffen.

Meine letzte Miete ist gezahlt. Jetzt darf meine Mitbewohnerin soviel Wasser verbauchen wie sie mag, auch wenn es mir um das gute Wasser Leid tut, aber immerhin finanziere ich das nicht mehr. Irgendwann in den nächsten Stunden soll die Domakinka vorbeikommen um sich mein Zimmer anzusehen. Hoffentlich bald. Ich habe keine Lust hier die ganze Zeit rumzusitzen. Außerdem muss ich mir ja hinterher auch noch meine Kaution abholen und selbige unter die Leute bringen...

10.6.09 09:30
 



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